Zweckverband Bodensee-
Wasserversorgung
Hauptstraße 163
70563 Stuttgart

Die Bodensee-Wasserversorgung


Die Bodensee-Wasserversorgung versorgt über ihre 180 Verbandsmitglieder insgesamt rund vier Millionen Einwohner Baden-Württembergs mit Trinkwasser aus dem Bodensee, bei Tag und Nacht. So profitiert ein großer Teil der baden-württembergischen Bevölkerung und Wirtschaft von einem der größten natürlichen Wasserspeicher Europas, dem Bodensee. Aus ihm kann die BWV täglich bis zu 670 Millionen Liter Rohwasser oder 7.755 Liter pro Sekunde (l/s) zu den Übergabebehältern ihrer Mitglieder pumpen. Im Mittel wurden in den letzten Jahren 4.100 l/s gefördert.

Die beiden von Süd nach Nord verlaufenden großkalibrigen Rohrleitungen (1. und 2. Haupt-leitung) mit einem Durchmesser von bis zu 1.600 mm (im Bereich des Albstollens 2.250 mm) versorgen die wasserarmen Gebiete des schwäbischen Schichtstufenlandes kontinuierlich mit Trinkwasser. Ganz besonders profitiert hiervon der Großraum Stuttgart, aber auch Gebiete nahe der hessischen Grenze kommen noch in den Genuss des lebensnotwendigen Nasses.

Entlang des rund 1.700 Kilometer langen Leitungssystems liegen 29 Wasserbehälter mit einem Speichervermögen von 470.600 Kubikmetern. Diese Vorratshaltung ermöglicht die Deckung selbst großer Wasserbedarfsspitzen. 37 Pumpwerke sorgen dafür, dass auch in Spitzenzeiten jedes an die BWV angeschlossene Verbandsmitglied ausreichend versorgt wird.

Das Wasser wird dem Überlinger See zwischen Sipplingen und Überlingen in etwa 60 m Tiefe entnommen. Hier ist es gut geschützt und mit ständig etwa 5 °C angenehm kühl. Sechs große Pumpen fördern es in die ca. 310 m höher gelegenen Aufbereitungsanlagen auf dem Sipplinger Berg. Dort wird das dem See entnommene Rohwasser – welches nahezu Trinkwasserqualität hat – mit Mikrosieb-, Ozon- und Filteranlagen zu einem Trinkwasser höchster Qualität aufbe-reitet. So durchströmt es die mit Mikrosiebe bespannten Trommeln, deren Gewebe so fein strukturiert ist, dass es selbst kleinste Schwebstoffe zurück hält. Sollten dennoch Keime oder Bakterien diese Barriere passieren können, so werden sie in der nächsten Reinigungsstufe, der Ozonierung, unschädlich gemacht. Deren organische Rückstände werden im letzten Aufberei-tungsschritt in den mit Quarz, Sand und Bims beschichteten Schnellfilteranlagen zurück gehalten. Die Kapazität der Förder- und Aufberei-tungsanlagen beläuft sich auf einen Durchsatz von max. etwa 9.000 Litern in der Sekunde.

Das kostbare Nass aus den Tiefen des Bodensees gleicht natürlichem Grund- und Quellwasser und hat einen Wert von 1,6 Millimol Calciumcarbonat (ehemals 9,0 Grad deutsche Härte). Sein pH-Wert von 7,9 sorgt für genügend chemische Pufferung, um auch von zunehmend saurem Regen nicht beeinträchtigt zu werden. Da es sich nahezu im Kalk-Kohlensäuregleichgewicht befindet, kommt es weder zu Kalkablagerungen noch zu aggressiven Reaktionen in den Leitungen.

Mit einem Phospat-Phosphorgehalt von 0,004 Milligramm pro Liter (mg/l) und einem sehr geringen Nitratgehalt von 4,3 mg/l ist es nicht nur zum täglichen Trinken, sondern auch für Säuglingsernährung bestens geeignet.

Seit dem 16. Oktober 1958 sind die Anlagen der Bodensee-Wasserversorgung noch niemals auch nur teilweise ausgefallen. Der Name Bodensee-Wasserversorgung steht damit stellvertretend für höchste Versorgungssicherheit. Erbracht werden können solche Leistungen nur auf der Basis optimal konzipierter Förder- und Aufbereitungsanlagen sowie ständiger Anpassung an den aktuellen Stand der Technik. Dies ist die eine Seite. Die andere ist, das Trinkwasserreservoir Bodensee und dessen ökologische Belange ständig im Auge zu behalten und zu pflegen. Die BWV sieht deshalb den Gewässerschutz und eine schonende Entnahme bei gleichzeitig optimaler Versorgungssicherheit als wichtigste Ziele an.



11.03.10
http://www.zvbwv.de/de/die_bodensee_wasserversorgung.html