Als sich vor rund 15.000 Jahren die letzten eiszeitlichen Gletscher in die Alpen zurückzogen, hinterließen sie eine sanft modellierte Landschaft, in deren Mitte sich das Becken des heutigen Bodensees befindet, gefüllt mit Schmelzwasser.
Heute führt der Rhein dem See große Mengen von naturbelassenem Schmelz- und Regenwasser aus den Alpen zu. Das Haupteinzugsgebiet umfasst nahezu 11.000 km² und erstreckt sich bis zum Alpenhauptkamm. Zusammen mit weiteren Zuflüssen aus dem Allgäu und rund um den See durchströmen den Bodensee jährlich 11,5 Mrd. Kubikmeter Wasser.
Im Vergleich zu diesem sehr hohen Durchfluss ist die Trinkwasserentnahme von lediglich 125 Mio. Kubikmeter unerheblich. Sogar die Verdunstung auf der Seeoberfläche ist wesentlich größer.
Der Bodensee ist nach dem Genfer See der zweitgrößte See auf der Nordseite der Alpen. Politisch gesehen ist der See ein Condominium; es gibt keine Grenzziehung im Bereich des Obersees. Demzufolge müssen sich die Anrainerstaaten Deutschland, Schweiz und Österreich über alle Belange des Sees, wie Gewässerschutz, Nutzung der Ufer, Schiffsverkehr u.ä. einigen. Somit ist auch klar, dass der See immer das verbindende Glied ist.
Die Zeiten waren nicht immer günstig für den See. So stand Ende der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts "sein Leben" auf dem Spiel: er war überdüngt und verschmutzt und es bestand die Gefahr, dass er "umkippt". Ein europaweit, ja sogar weltweit vorbildliches Gewässerschutzprogramm der Bodenseeanrainerstaaten, mit Unterstützung insbesondere der Landkreise, der Kommunen und der Bevölkerung in seinem Eeinzugsgebiet, haben den Bodensee gerettet. Die beiden Organisationen Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) und die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) haben sich ganz besonders um den Gewässerschutz am Bodensee verdient gemacht.
Heute ist das Bodenseewasser wieder sauber und klar, natürlichem Grund- und Quellwasser sehr ähnlich. Seine Qualität ist so gut, dass sie in chemisch-physikalischer Hinsicht bereits allen Parametern der deutschen Trinkwasserverordnung entspricht. Wasser von solcher Güte bedarf nur noch weniger naturnaher Aufbereitungsverfahren um daraus Trinkwasser aufzubereiten.
536 km² Oberfläche
254 m größte Tiefe
Uferlänge: 273 km
Einzugsgebiet: ca. 11.500 km²
50 Milliarden m³ Wasserinhalt
11,5 Milliarden m³ mittlerer jährlicher Wasserdurchfluss
Trinkwasserentnahme ca. 172 Mio. m³ (jährlich)
365 m³/s Abfluss bei Konstanz im Mittel